Kaiser- und Kriegerdenkmal
Restaurierung eines bedeutenden Stücks Dorfgeschichte
Erhalt des letzten Kaisers von Duisburg
Ein Kaiser- und Kriegerdenkmal war einst vor allem Ausdruck patriotischer Gesinnung. Auch wenn diese Bedeutung heute in den Hintergrund getreten ist, stellt das Denkmal ein wichtiges und erhaltenswertes Stück Baerler Dorfgeschichte dar. Bereits 2017 regte der Baerler Heimat- und Bürgerverein (BHBV) beim Denkmalschutzamt der Stadt Duisburg eine umfassende Restaurierung der in die Jahre gekommenen Skulptur an.
Obwohl es im Volksmund als „Denkmal“ bekannt ist, genießt der Kaiser trotz seines stolzen Alters von über 125 Jahren keinen offiziellen Denkmalschutz und untersteht dem Grünflächenamt. Dank der hervorragenden Zusammenarbeit mit dem Grünflächenamt und den Wirtschaftsbetrieben der Stadt konnte die dringend nötige Restaurierung dennoch auf den Weg gebracht werden. Im September 2018 begann ein Fachbetrieb mit den vierwöchigen Sanierungsarbeiten. Im Anschluss ließ der BHBV den Sockel des Denkmals mit einer rettenden Steineinfassung umrunden, um ihn zukünftig vor Spritzwasser zu schützen. Im Juni 2019 konnten wir bei einem eigens organisierten Pressetermin das im neuen Glanz erstrahlende Kaiserdenkmal der Öffentlichkeit präsentieren.
Zur Geschichte
Dem damaligen Zeitgeist entsprechend ließen es sich die Baerler Bürger nicht nehmen, zu Ehren ihres Kaisers und zum Gedenken an die in den Kriegen 1866 und 1870/71 gefallenen Mitbürger ein Denkmal zu errichten. Für den Bau brachte die Gemeinde, auch dank zahlreicher Spenden aus der Bevölkerung, 3.700 Mark auf. Am 22. März 1893 wurde das Kriegerdenkmal in einer feierlichen Zeremonie in der Nähe der Kirche eingeweiht.
Nach dem Ersten Weltkrieg drohte dem Kaiser jedoch das Aus: Belgische Soldaten der in Baerl stationierten Besatzungstruppen schlugen der Figur den Kopf ab – er wurde später glücklicherweise im Ortsteil Binsheim wiedergefunden. Um die Statue vor weiterer Zerstörung zu bewahren, errichteten die Baerler kurzerhand einen großen Holzkasten um das Denkmal. Nach dem Abzug der belgischen Truppen im Jahr 1926 bekam der Kaiser seinen Kopf wieder aufgesetzt. Die Zeit der NS-Herrschaft und den Zweiten Weltkrieg überstand die Figur ohne größere Schäden.
Aufgrund des zunehmenden Verkehrsaufkommens musste das Denkmal 1969 seinem ursprünglichen Standort weichen und wurde auf die Grünfläche am Dudel versetzt. Zum hundertjährigen Jubiläum 1993 erfolgte die erste Restaurierung, finanziell unterstützt und angeregt durch den BHBV.
Heute freuen wir uns sehr darüber, dass der letzte Kaiser von Duisburg wieder erstrahlt und so manchen Besucher unseres Dorfes neugierig innehalten lässt. Tatsächlich handelt es sich um das einzige noch existierende Kaiser-Wilhelm-Denkmal auf heutigem Duisburger Stadtgebiet – von einst sieben steht nur noch dieses in Baerl auf seinem Sockel.